Kunsthandel Fiedler
WIEN · SEIT 1973
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Inv. F-1038
Loos Adolf

Der von Adolf Loos entworfene Haberfeld-Tisch wurde von F. O. Schmidt in Wien nach 1899 aus Buche mit Messingschuhen gefertigt und besitzt eine Platte mit Messingeinfassung. Der sechsbäinig gestaltete Tisch misst in der Höhe 67 cm (bzw. 66 cm) und hat eine Breite von 81 cm (bzw. einen Durchmesser von 86 cm). Er stammt aus österreichischem Privatbesitz. Adolf Loos wurde am 10. Dezember 1870 in Brünn geboren und verstarb am 23. August 1933 in Kalksburg bei Wien. Er war der Sohn des Bildhauers und Steinmetzen Adolf Los senior (1830–1879) und wirkte als bedeutender Architekt und Innenarchitekt. Nach dem Besuch der k. k. Staats-Gewerbeschule in Brünn und der Polytechnischen Hochschule in Dresden sowie einem Aufenthalt in den USA (1893–1896) ließ sich Loos 1896 in Wien nieder. Dort polemisierte er in der „Neuen Freien Presse“ gegen die Wiener Alltagskultur sowie die Auffassungen in Architektur und Kunstgewerbe. Nach einer Mitarbeit bei Baumeister Karl Mayreder (1896/1897) verfasste er zahlreiche Aufsätze, darunter 1898 den in der Secessions-Zeitschrift „Ver sacrum“ erschienenen Beitrag „Die Potemkinsche Stadt“, womit im selben Jahr sein Bruch mit den führenden Architekten der Secession einherging. Seine 1921 gesammelt unter dem Titel „Ins Leere gesprochen“ publizierten Texte sowie sein 1910 verfasster Aufsatz „Ornament und Verbrechen“ verdeutlichen seine Hauptkritik gegen das Ornament am Gebrauchsgegenstand. Im Jahr 1899 schuf Loos mit dem Café Museum seinen ersten realisierten Auftrag in Wien, der wegen seiner radikal einfachen Gestaltung von Zeitgenossen auch „Kaffee Nihilismus“ genannt wurde. Er verwendete das vorliegende Tischmodell mehrfach und in Variationen – erstmals 1899 für die Sitzecke des Wohnzimmers der Familie des Kunsthistorikers Dr. Hugo Haberfeld in Wien 8, Alser Straße 53, sowie später im Jahr 1901 bei der Einrichtung der Wohnung Stessl in Wien 13, Auhofstraße 235. Seine Freundschaft mit dem Möbelfabrikanten Max Schmidt führte ihn immer wieder nach Währing. Neben zahlreichen Werken im Ausland schuf Loos in Wien viele Geschäftslokale, Privatvillen, Wohnhausanlagen, Bürohäuser (wie das bekannte Looshaus) und Inneneinrichtungen. 1912 begründete er eine eigene Bauschule, die 1914 kriegsbedingt schließen musste. Nach freiwillig geleistetem Kriegsdienst (1917/1918) stellte Loos gemeinsam mit Freunden die 1919 erschienenen „Richtlinien für ein Kunstamt“ zusammen und wirkte von 1920 bis 1922 als Chefarchitekt des Siedlungsamts der Gemeinde Wien. Bei seinen Innengestaltungen stützte er sich auf das Konzept des „Raumplans“, bei dem starre Geschoßebenen zugunsten unterschiedlicher Höhen auf Zwischenniveaus aufgehoben werden. Bis 1927 lebte Loos in Frankreich, kehrte 1928 kurz nach Wien zurück und arbeitete im Anschluss in Paris, der Tschechoslowakischen Republik sowie in Niederösterreich. Ab Herbst 1932 war er infolge eines fortschreitenden Nervenleidens nicht mehr arbeitsfähig; nach Behandlungen am Rosenhügel wurde er im Juli 1933 in das Sanatorium Dr. Schwarzmann nach Kalksburg gebracht, wo er verstarb. Ein Zimmer seiner Wiener Wohnung in der Bösendorferstraße 3 wurde 1958 im Wien Museum aufgebaut, und im selben Jahr errichtete man auf seinem Grab einen Grabstein nach eigener Skizze. Loos war dreimal verheiratet: 1902 mit Lina Obertimpfler (Trennung 1905), ab 1905 mit seiner Lebensgefährtin Elizabeth (Bessie) Bruce, 1920 mit der Tänzerin Elsie Altmann-Loos sowie in dritter Ehe mit Claire Beck. Nach dem Architekten wurden die Adolf-Loos-Gasse und der Adolf-Loos-Weg benannt.

Loos Adolf

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Künstler / Werkstatt Adolf Loos
Inventarnummer F-1038

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