Kunsthandel Fiedler
WIEN · SEIT 1973
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Inv. F-1010
Bleiglasfenster

Diese seltene Kollektion an Bleiglasfenstern und Vitragen stammt von einem unbekannten Künstler und befindet sich in einem österreichischen Privatbesitz. Die Arbeit aus Glas und Blei umfasst insgesamt sechs Stück, aufgeteilt in vier Maßeinheiten von 149 × 59 cm sowie zwei Stück mit den Maßen 122 × 75 cm; eine Signatur oder Markierung ist nicht vorhanden. Bleiglasfenster sind Fenster, bei denen die einzelnen Flachglasstücke durch U- und H-förmige Bleiruten eingefasst und entlang der Kanten miteinander verlötet werden. Bevor es gelang, größere Glasflächen herzustellen, waren Sprossen- und Bleiglasfenster die einzige Möglichkeit, größere Wandöffnungen zu verglasen. Heute werden sie überwiegend als künstlerische Arbeiten realisiert. Trotz der Namensähnlichkeit wird in Bleiglasfenstern kein Bleiglas verwendet, weshalb eine solche Verglasung auch weit verbreitet als Bleiverglasung bezeichnet wird. Bleiglasfenster sind seit dem Hochmittelalter in Europa üblich. Zunächst wurde diese Technik nur für die Fenster der großen Kathedralen angewandt; sie bilden ein wichtiges Merkmal der Gotik. Ab dem ausgehenden Mittelalter wurden immer mehr profane Gebäude mit Glasmalereien ausgestattet. Das Verfahren, eine größere Glasfläche aus kleinen Stücken zusammenzusetzen, begründet sich in der Schwierigkeit, flüssiges Glas in einer größeren Fläche so abzukühlen, dass es nicht reißt. Erst mit der Herstellung von Echtantikglas wurden auch größere Glasflächen möglich, durch Flachglas wurde dieses Problem ganz gelöst. So blieb den Glasmachern des Mittelalters nur der Weg, kleine Glasscheiben herzustellen und diese mittels Bleiruten zu verbinden und zu kitten. Durch die Verwendung unterschiedlich gefärbter Glasstücke schuf man Bildfenster, die den scheinbaren Nachteil in eine eigene Kunstform umwandelten, wobei das technisch bedingte Gerüst der Bleiruten ein besonderes grafisches Gestaltungsmittel bildet. Die Scherben wurden vielfach mit Schwarzlot und Silbergelb bearbeitet, um feine Konturen, Schattenwirkungen und gelbe Stellen zu erzielen. Als Kabinettscheibe wird der Mittelteil einer mit Lasurfarben bemalten Bleiglasscheibe bezeichnet. Bleiglasfenster werden auch heute noch für sakrale und profane Bauten angefertigt.

Bleiglasfenster

Glas, Porzellan & Keramik verfügbar
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Objektart Glas, Porzellan & Keramik
Inventarnummer F-1010

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